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Kamasutra
altindisches Liebeslehrbuch. Vermutlich im 4. Jahrhundert von Mallanaga
Vatsyayana niedergechrieben, der damit die Liebe als eines von drei
hinduistischen Lebenszielen lehren wollte: "Dharma", dem
guten (religiöse Lebensweise), "Artha", dem nützlichen
(Gelderwerb) und "Kama", dem angenehmen (Liebe und Sexualität).
Nahezu umfassend werden alle Bereiche der Liebe angesprochen. Männern
und Frauen werden Hilfen und Ratschläge für ihre sexuelle
Erfüllung gegeben. Das Kamasutra gilt als eins der wichtigsten
kulturhistorischen Werke der Weltliteratur.
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Karezza
Technik des Geschlechtsverkehrs, bei dem der Koitus (bewußt) nicht
bis zum Orgasmus betrieben wird. Die Partner (Mann und Frau) bleiben dabei
nahezu bewegungslos. Karezza wird bereits in altindischen Schriften beschrieben,
wurde in Europa aber erst in den letzten Jahren richtig bekannt. Diese
spezielle Liebestechnik dient nicht der Empfängnisverhütung (und
ist dafür auch völlig ungeeignet), sondern soll die seelische
Verbundenheit zwischen Mann und Frau fördern und der gemeinsamen Entspannung
dienen. Karezza verlangt von beiden Partnern ein hohes Maß an Selbstbeherrschung.
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Kastration
von lat. "castrare³ (= entmannen). Das Zerstören der Keimdrüsen
(Eierstöcke, Hoden) durch operatives Entfernen, durch Röntgenstrahlen
oder durch Medikamente ("hormonale Kastration") im Gegensatz
zur Sterilisation. Bei Frauen führt eine Kastration (z.B. zu Heilzwecken)
zum unmittelbaren Eintritt in die Wechseljahre (Erlöschen der Eierstocktätigkeit.
Wird ein Mann noch vor der Geschlechtsreife kastriert, kommt es zu Wachstumsstörungen,
Stimmbruch und typisch männliche Behaarung bleiben aus, Libido (sexuelles
Verlangen) und Potenz fehlen. Werden Männer im Erwachsenenalter kastriert,
treten die Symptome in geschwächter Form auf. Im 16.-19. Jahrhundert
spielte die Kastration eine besondere Rolle: Frühkastraten hatten
eine besonders helle, klangvolle Stimme, die durch das Ausbleiben des Stimmbruchs
erhalten blieb. Haremswächster (Eunuchen) im alten Orient wurden ebenfalls
kastriert. Heute ist die Kastration in einigen Staaten für Sexualstraftäter
per richterlicher Anordnung möglich. In Deutschland erlaubt ein Gesetz
von 1969 die (freiwillige) Kastration von Sexualstraftätern unter
der Voraussetzung, daß der Täter damit einverstanden ist. Kastration
als Therapie der gestörten Triebhaftigkeit eines Sexualtäters
gilt als umstritten.
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Kondom
auch Präservativ (Präser), Gummi, Verhüterli oder Pariser,
im engl. "french letter" genannt. Hülle aus Naturkautschuk-Latex
(0,02-0,05 mm düsverkehr den Samen auffängt. Erste Kondome (ca.
im 18. Jahrhundert) waren Leinensäckchen, die zugeschnürt wurden,
oder aus Schweinsblasen und Ziegendärmen. Sie dienten als Schutz vor
Infektionen (vor allem Syphilis) und zur Empfängnisverhütung.
Mit dem Aufkommen der Pille in den 60er Jahren verloren Kondome immer mehr
an Bedeutung. Erst in den 80er Jahren durch die Verbreitung von Aids erlebten
sie eine Renaissance und wurden sogar "gesellschaftsfähig".
Kondome gelten bei richtiger Anwendung als sicheres Verhütungsmittel
und bieten einen relativ guten Schutz vor Infektionen. Neben den einfachen
Kondomen gibt es heute eine Reihe Spezialpräservative mit Noppen,
mit Geschmack oder mit fluoriszierenden Stoffen, die im Dunkeln leuchten.
Sie sind eher als Sexspielzeug zu betrachten, ihr Sicherheitsstandard entspricht
oft nicht der Norm.
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